Samstag, 17. Juni 2006
Forstsetzung
Aus Sicherheitsgruenden - damit ich nicht alles neu schreiben muss, sollte der Computer aufgrund der staendigen Stromausfaelle ganz abstuerzen - teile ich mein heutiges Posting auf. Hier der zweite Teil:

6.6.2006

So dreckig, wie heute beim Aufwachen habe ich mich noch nie gefuehlt. Verschwitzt vom Vortag, am Schweiss klebender Sand (in Massen) und dabei habe ich wegen des Windes und der Muedigkeit ziemlich gefroren. Waren alle froh, dass wir nur eine h Fahrt nach Jaisalmer vor uns hatten und uns daher recht bald duschen konnten.

Mittags in die Altstadt gefahren, dort erwartete er uns der bis dahin beste Tourist Guide. Er hat uns nicht nur Sachen gezeigt, sondern uns auch mit Hintergrundinformationen versorgt: Das Kastensystem ist zwar offiziell verboten, praktisch heiraten die Leute aber nur innerhalb ihrer und nahe stehender Untergruppen - innerhalb der vier Kasten gibt es jeweils hunderte Untergruppen. Arrangierte Ehen sind immer noch ueblich, v.a. fuer "Spaetentwickler", die mit 23/24 noch nicht verheiratet sind, suchen dann die Eltern die Ehepartner aus.

Sind durchs Fort spaziert, sehr interessant, da anders als an anderen Orten kein Museumscharakter da unbewohnt, sondern voller Leben (mehrere hundert Menschen leben noch heute innerhalb der Mauern des Forts).

Nachdem wir den Palast (sehr schoen, interessante Fuehrung - nur leider haben die Maharajas fast alle Gegenstaende mitgenommen, nur wenig und nicht das Schoenste (Schmuck, Moebelstuecke) haben sie zurueck gelassen und zwei Havelis bsichtigt haben, waren wir noch shoppen.

War nett, gemuetlich am Boden zu sitzen, etwas zu trinken und sich dabei die Ware zeigen zu lassen. Habe mir einen pinken Pashmina-Schal gekauft.

7.6.2006

Morgens entdeckte Ina leider eine Kakerlake im Bad, ich ging heldenhaft mit gutem Beispiel voran und habe als erste trotzdem geduscht (Ina kam ihren hygienischen Pflichten nur nach, um neben mir nicht bloed da zu stehen). Um die Kakerlake einzuschuechtern, damit sie sich tod stellt und ihren Aufenthaltsort in einer Ecke des Bads nicht verlaesst, sang Ina lauthalt "Weilst a Herz hast wie a Bergwerk", hat funktioniert, fraglich nur, ob Inas Stimme oder Reinhards "die Nase" Fendrichs Text so aengstigend wirkte (beides ist moeglich).

Dann Fahrt nach Jodhpur, Hotel hat im Folder nicht so toll ausgesehen, ist aber total suess. Eine kleine, mit Antiqitaeten vollgestopfte Pension (der Hotelbesitzer hat uns auch ganz stolz Jugendstil-Lampen aus Wien gezeigt, fuer zu Hause waere mir das viel zu viel Kram, hier ist's aber gemuetlich. In diesem Hotel entstand das Foto, auf dem ich vor dem ausgestopften Tiger sitze.

Haben das Fort besichtigt, dass Zeit seines Bestehens nie eingenommen werden konnte. Von dort hatten wir auch einen sehr guten Blick auf "die Blaue Stadt", die Altstadt von Jodhpur. Die blaue Wandfarbe fuer die Haeuser war frueher Brachmanen vorbehalten, heute duerfen sie alle verwenden. Das Blau sieht nicht nur huebsch aus, sondern dienst auch als Moskito-Schutz. Finde die vielen blauen Haeuser schoener als die weissen in Griechenland.

Haben dann noch Gewuerze gekauft. Ina, Caro und Nicole haben auch das Potenz steigernde Gewuerz "Winter Tonic" gekauft, dass laut dem Verkaeufer wirkt "like Viagra". Kennen die etwa jemanden, der's noetig hat?!!

Am Rueckweg in's Hotel noch Gin gekauft (die Liqueur-Laeden in Indien haben von 6:00 bis 23: geoeffnet. Im Hotel das bisher beste indische Essen gegessen, viele verschiedene ausgezeichnete Gerichte. Nicole, die sonst Kaese hasst, hat aus Versehen welchen gegessen, und es hat ihr sogar sehr gut geschmeckt: "Das Huhn ist wirklich gut." Ja, nur das unser, im Modul eigentlich einschlaegig ausgebildete, Feinspitz nicht erkannt hat, dass es sich bei dem "Huhn" um "Kaese" handelte.

Abends haben wir dann versucht, uns aus Gin, Mountain Dew (eine Art indischem Sprite bzw. Seven Up) und Wasser ein Gin Tonich aehnliches Getraenk zu mixen (im Hotel gab es leider kein Tonic), der Versuch kann als gescheitert angesehen werden.

8.6.2006

Weiterfahrt nach Ranakpur. Unser Hotel hier ist ebenfalls sehr schoen, haben z.B. Fensterbaenke in den Erkern unserer Zimmer. Haben hier auch einen wunderschoenen Pool. Haben uns gleich am ersten Nachmittag (blieben wegen des Pools gleich zwei Naechte) an den Pool gelegt, um zu relaxen und uns zu braeunen.

Ina hat auf der Hinfahrt uebrigens einen Tumult verursacht, als sie das Autofenster oeffnete, um eine Hochzeitsgesellschaft zu fotografieren. Sofort bildete sich eine (maennliche) Menschentraube, die Ina durch das Autofenster beruehren wollte.

Abends haben wir uns fuer's Dinner fein gemacht (endlich wieder mal schoene Sachen anziehen). Waren die einzigen Gaeste, die Angestellten waren trotzdem sehr bemueht - Radio, mehrere Tische gedeckt, aus denen wir einen waehlen konnten. Unser Fahrer hat mit uns gegessen, mit zunehmndem Alkoholkonsum - er eine halbe, wir zu viert eine viertel Flasche Whiskey - wurde er immer gespraechiger: Neben seiner Frau hat er noch eine Freundin, ist aber fast verstaendlich, da seine Ehe arrangiert (Frau von seiner Mutter ausgesucht) war. Zu seinen zwei Frauen sagt er:" One is life and one is love."

Haben ihn auch zu den heiligen Kuehen befragt: Wenn Kuehe erkranken, werden sie nicht getoetet, sondern in ein Tierspital (davon gibt es viele) gebracht. Tote Kuehe werden begraben, neben der Strasse liegende tote Kuehe werden von Staatsbediensteten abgeholt und begraben.

Vor dem Schlafengehen haben Nicole und ich (ohne dabei hysterisch zu werden!) versucht, eine schwarz-weiss gestreifte, huepfende!, sich auf unserem Bett befindliche Spinne mit No-Bite-Spray zu toeten.

9.6.2006

Mittags sind wir zum Jaen Tempel von Ranakpur gefahren (erst ab 11 fuer Touristen geoeffnet). Wurden von einem netten Priester herumgefuehrt, der nebenbei einige deutsche Woerter von uns lernen wollte. Beim Betreten der Tempel beruehren die Glaebigen die Treppe die zum Tempel fuehrt mit der Hand, ist eine respektvolle Geste, da die Treppe die Fuesse des Gottes , dem zu Ehren der jeweilige Tempel erbaut wurde, symboliesiert.

Der Jaen Tempel in Ranakpur wurde zu Ehren der ersten Jaen Propheten erbaut. Die Jaen sind Hindus, die nicht nach dem Kasten-System leben.

Der Tempel ist sehr schoen und vor allem sehr friedlich. Aussergewoehnlich, dass er durch das viele Tageslicht, dass durch "Innenhoefe" einfaellt, so hell ist.

Nachmittags haben wir's uns wieder am Pool gut gehen lassen.

Caro und ich (die beiden anderen waren zu faul) sind abend mit einem Guide auf einen Huegel neben einem kleinen See geklettert. Ein sehr ruhiger, idylischer Ort. Caro und ich waren froh, unseren inneren Schweinehund ueberwunden und hier her gegangen zu sein.

Nachts haben Caro, Nicole und ich noch im Garten unseres Hotels Karten gespielt. Caro hat mich in die Geheimnisse des Schnapsens eingeweiht. Haben versucht, uns aus Gin, Wasser und Limonen ein Gin Tonic aehnliches Getraenk zu mixen (gab wieder kein Tonic im Hotel), funktioniert etwas besser als mit dem doch sehr suessen "Mountain Dew".

... comment

 
Hallo Annegret!

Endlich lese ich was von dir. Hätte Ina in der Zwischenzeit nicht so fleißig geschrieben (Danke, Ina!) hätte ich mir schon fast Sorgen gemacht. Hätte ja sein können, dass du deine Leidenschafft für schnauzbärtige Inder entdeckst oder was weiß ich:-)

Hier ist es mittlerweile auch Sommer geworden. Hab es sogar schon geschafft ein bissi braun zu werden. Im Büro ist die Hitze sogar unerträglich. Hab noch nie erlebt, dass es in einem Altbau so heiß werden kann. Wir haben zwar eine Klimaanlage im Zimmer, die ist aber anscheinend fast genauso alt wie das Haus. Wenn sie eingeschaltet ist hast du das Gefühl neben dir verläuft eine Schnellstraße. Ist natürlich super zum Arbeiten von wegen Konzentration. Vom telefonieren rede ich erst gar nicht bei dem Lärm.

Freu mich schon auf deinen nächsten Bericht. Viel Spaß in Hong Kong!

Katrin

... link  


... comment

Links

Inas Blog
Caros und Nicoles Blog